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NEWS-BLOG ZUM TECHNOLOGISCHEN, INDUSTRIELLEN UND INNOVATIVEN WALLIS

24.08.2021

Produkte sind dank KI funktionaler und günstiger

NEWS

Das industrielle KMU Aisa mit Sitz in Vouvry führte bereits 2015 künstliche Intelligenz auf seinen Maschinen ein, die verschiedene Arten von Kunststoffrohren produzieren. So bleiben die im Wallis hergestellten Maschinen auf dem neuesten Stand der Technik. Künstliche Intelligenz bietet dem Endkunden mehr Funktionalität bei gleichzeitig besserem Preis-/Leistungsverhältnis.

«Was die künstliche Intelligenz angeht, schalten wir seit einigen Jahren einen Gang höher, und zwar mit Hilfe des Idiap-Instituts in Martinach und einem internen Team von zwei Personen», erklärt Hugues-Vincent Roy, Direktor von Aisa.

Konkrete Lösungen folgten. Die erste, die in weniger als einem Jahr umgesetzt wurde, ermöglicht es den Maschinen, sich automatisch anzupassen, wenn sich die Art der Produktion ändert. «Am Ende des Projekts konnte sich die Maschine in zwei Minuten selbst kalibrieren. Vor der Integration der künstlichen Intelligenz musste jeweils ein Operateur mobilisiert werden. Das dauerte bis zu einer Stunde.»

Das zweite Projekt hat zu einem automatischen System für die Qualitätskontrolle von auf den Maschinen produzierten Rohren (Grösse und Ästhetik) geführt; diese Kontrolle wird durch Kameras, Sensoren und KI-Algorithmen erreicht. Ein weiteres Thema ist die Selbstjustierung der Maschine, bei der eine Vielzahl von Parametern zu berücksichtigen ist. «Angesichts der Masse an verfügbaren und relevanten Informationen hat nur künstliche Intelligenz die Fähigkeit, diese optimal zu verwalten.»

Das Budget für diese Art von Projekten bleibt angemessen. «Der Aufwand ist hauptsächlich menschlich, da es in erster Linie darum geht, die zu messenden Parameter zu identifizieren und dann die entsprechenden Algorithmen zu erstellen. Die schnellsten Projekte sind in weniger als einem Jahr abgeschlossen», betont Hugues-Vincent Roy. Die von Aisa in Vouvry entwickelten Maschinen sind in gewisser Weise Roboter.

Entscheidend ist, die Algorithmen mit ausreichend Daten füttern zu können und sie unter realen Bedingungen zu testen. «Dank dieser Software können wir unseren Maschinen Funktionalitäten hinzufügen. Ein weiterer Vorteil ist die Reduzierung der Herstellungskosten. Der Wert liegt jetzt in der Software und nicht mehr in komplizierten und teuren elektromechanischen Systemen. Wir gewinnen an Wettbewerbsfähigkeit und unsere Produkte bleiben auf dem neuesten Stand der Technik», sagt Roy.


Verborgene Potenziale erkennen
Die Einführung der künstlichen Intelligenz bei Aisa war zunächst das Ergebnis interner Diskussionen und auch eines informellen Austauschs zwischen einem Aisa-Ingenieur und einem Idiap-Forscher. «Es ist klar: Wir können nicht alles inhouse machen, wir müssen offen bleiben und dürfen uns nicht scheuen, uns auszutauschen.»

Die Einbindung eines engagierten Teams und eines Masterstudenten im Bereich KI ermöglicht es dem KMU, das Feld der Möglichkeiten besser zu verstehen und das Verständnis für die notwendigen Fähigkeiten zu verbessern. «Künstliche Intelligenz ist ein sehr weites Feld und es gibt eine Menge verstecktes Potenzial in einem Unternehmen, vor allem in Zusammenhang mit der Produktionsoptimierung. Am Anfang ist man sich nicht sicher, was möglich ist und was man wirklich braucht.» Es ist daher wichtig, sich dem Thema sorgfältig zu nähern und mit Spezialisten zu diskutieren, bevor man investiert und/oder entsprechende Ressourcen einsetzt.

Der Einzug der künstlichen Intelligenz hat ein Umdenken im Unternehmen angestossen und motiviert. «Es zwingt uns dazu, reinen Tisch zu machen und an alle Daten heranzugehen, ohne vorgefasste Meinungen. Bestimmte Barrieren fallen und was unmöglich war, wird möglich. Nach einigen erfolgreichen Projekten hat sich die interne Einstellung geändert. Und das ist positiv», resümiert Hugues-Vincent Roy.
 


Programm « Digitalisierung in der Maschinenindustrie (MEM) »
Die Digitalisierung in der Maschinenindustrie (MEM) im Wallis fördern. So lautet das Hauptziel des MEM-Programms, das im Frühjahr 2021 von der Stiftung The Ark lanciert wurde. Das Programm basiert auf einer 2020 durchgeführten Studie über den Stand der Digitalisierung von KMU im Wallis. In diesem Bereich sind noch Fortschritte möglich. Das neue Programm von The Ark, das sich vor allem an KMUs der MEM-Industrie richtet, bietet finanzielle Unterstützung und proaktives Coaching in drei Schlüsselbereichen.